Eine neue Idee an der Basis

Der Brasilianer Hulk, Napoli-Legende Marek Hamsik, Dortmunds Axel Witsel, Paulinho, Anthony Modeste, Carlos Tevez: Die Liste großer Namen, die in den letzten Jahren in der chinesischen Super League ihr Geld verdienten, ist lang.  Einige Stars stehen noch immer auf dieser Liste – und sie wird immer länger: Auch im „Reich der Mitte“ beginnt König Fußball so langsam, den Sport zu regieren. 

Global gesehen ist Fußball die größte Sportart überhaupt. Beispielsweise zog die Weltmeisterschaft 2018 nach Angaben der FIFA insgesamt 3,572 Milliarden Zuschauer in ihren Bann. Das Finale zwischen Frankreich und Kroatien sahen weltweit 1,12 Milliarden Zuschauer.

Doch im großen Konzert des Weltfußballs spielte die Volksrepublik China in den vergangenen Jahren nur eine stark untergeordnete Rolle. Lediglich für die WM 2002 in Südkorea und Japan qualifizierte sich die chinesische Nationalmannschaft, in der Bevölkerung war das Fußballinteresse im weltweiten Vergleich auch eher geringer einzuschätzen. Doch das alles ändert sich seit einigen Jahren: Der chinesische Fußball befindet sich im Wandel. 

„Das Fußballinteresse in China ist sehr groß. Dort wird viel Premier League, Bundesliga oder die spanische Liga verfolgt. Auch Italien wurde früher viel verfolgt, dazu Südamerika“, erklärt „Chinese-Sports-Strategists“-Projektleiter Jianbo He. Das Problem in China: „Das Niveau im Fußball ist noch sehr niedrig.“ 

Die Stars, die in den vergangenen Jahren für viel Geld nach China kamen, rückten den Fußball weiter in den Fokus. Das Niveau der chinesischen Nationalmannschaft ist dadurch aber nicht gestiegen: „Es wurde sehr viel Geld in große Namen investiert. Aber das ist auch ein Problem. Wir haben festgestellt, dass die Clubs mehr Geld für Stars ausgeben, als für die eigene Jugend. Dadurch spielen die Clubs zwar gut – aber die Nationalmannschaft hinkt hinterher.“

So entstand die Idee zu „The Chinese Sports Strategists“. Europäische Trainingsmethoden treffen auf chinesische Fußballkultur. Das Projekt soll das Beste aus beiden Welten zusammenbringen: „Wir versuchen, im Kleinen eine etwas andere Idee, eine andere Philosophie zu zeigen.“

In Zusammenarbeit mit europäischen Profiklubs wurde ein Pilotprojekt in Changzhou gestartet: „Wir bekamen die Chance für einen zweimonatigen Test“, erklärt Jianbo He. Mit einem Team mehrerer Trainer reiste „The Chinese Sports Strategist“ an, um in Changzhou ein umfassendes Jugendtraining aufzubauen.

Dieser Blog soll zeigen, wie die zweimonatige Testphase ablief. In den kommenden Einträgen lernen Sie unsere Trainer kennen, bekommen Einblicke in den Alltag der Testphase und erfahren, wie das Zusammenspiel der unterschiedlichen Philosophien funktionierte.